Allgemeine Schlussfolgerungen

Die Studie der sieben Länder hat bereits seit Anfang des Jahrzehnts 1980 gezeigt, dass ohne Zweifel die mediterrane Diät, reichhaltig an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, kleinen Mengen von Fleisch und Milchprodukten, mit der praktisch einzigen Quelle der Fettaufnahme durch Olivenöl ein wesentliches Element der Gesundheit und der Langlebigkeit ist.

Diese Studie findet ihre hauptsächliche Anwendung in Kreta, da die Sterblichkeit an Herzkrankheiten 4 bis 5 Mal niedriger ist als dies in jeder anderen Mittelmeer- oder auch Erdregion der Fall ist. Das Bekanntwerden der Studie hat die Aufmerksamkeit der Welt auf die anderen Bestandsinhalte der Mediterranen Diät gelenkt.

Schon 15 Jahre vor der Veröffentlichung der Buches des Ancel Keys über die Mediterrane Diät hat eine Gruppe von Forschern aus Amerika und Griechenland die Diätpyramide des Mittelmeeres als ein Kulturmodell gesunder Ernährung proklamiert. Diese Diätpyramide beruht auf der kretischen Diät des Jahrzehnts 1960 und in kleinerem Masse auf der Diät von Restgriechenland und Süditalien. In dieser Pyramide erscheint eine Menge pflanzlicher Nahrungmittel (Gemüse, Brot, anderes Getreide, Kartoffeln, Keime, Nüsse, frisches Obst als tägliche Nachspeise) und Milchprodukte, hauptsächlich in der Form von Käse und Joghurt.

Der Verbrauch von Geflügel und Fisch ist relativ klein. Statt dessen wird der eingeschränkte Verbrauch von Eiern (0-4 wöchentlich) empfohlen. Letztlich wird auch der Verbrauch von kleinen Mengen roten Fleisches empfohlen. Wein ist mässig in kleinen Mengen vertreten und wird hauptsächlich zusammen mit der Aufnahme der Mahlzeiten konsumiert. In dieser Diät ist Olivenöl die Hauptquelle von Fett. Der Typus dieser Diät liefert 7-8% der Energie aus gesättigten Fetten, während der Rest von 25-35% aus einfach ungesättigten Fetten und in erster Linie aus Olivenöl geliefert wird.

Trotz alldem haben verschiedene Studien gezeigt, die zuletzt das Licht der Öffentlichkeit gesehen haben, dass auch in manchen Mittelmeerregionen entsprechend den Altersgruppen das Vorbild der mediterranen Diät sich gewandelt hat. So zeigt eine neuerliche Studie in Spanien, dass, trotz der geographischen Nachbarschaft zu den mittelmeernahen Regionen, das Olivenöl 78% des Fettverbrauchs ausmacht. Unter den Jungendlichen hat sich eine Diät des typischen Schnellessens bzw. der Bars verbreitert (bar culture und fast food pattern).

Gleichzeitg zeigt eine zweite Studie, ebenfalls in Spanien durchgeführt, dass der Verbrauch von Olivenöl auch in den südlichen Regionen des Landes sich zu verringern beginnt. In dem selben Land zeigt eine weitere Studie, die durch Fragebögen unter Ärzten ohne Kenntnis der Befragten erhoben wurde, dass diese nur eine kleine Ahnung der mediterranen Diät haben, insbesondere, was die Behandlung von Krankheiten der Herzgefässe angeht. Dasselbe trifft auf das krankenpflegende Personal zu.

Im Gegensatz dazu ergibt eine andere Studie, die sich auf Fragebögen stützt, die den Ärzten vorher zugesandt wurden, andere Resultate, wahrscheinlich wegen der Möglichkeit einer besseren Unterrichtung vor der Beantwortung der Fragen. In dieser zweiten Studie besitzen 85% der Ärzte Kenntnisse über die mediterrane Diät und ihre schützende Wirkung bei Krankheiten der Herzgefässe. Entsprechende Studien in Italien, Spanien, Jugoslawien, der Schweiz und Kreta selbst, zeigen, dass das mediterrane Diätvorbild beginnt, sich zu wandeln in Richtung mehr Rotfleisch und Reduzierung des Verbrauchs von Olivenöl.

In den vorhergehenden Absätzen haben wir uns auf die Auswirkungen des Olivenöls auf verschiedene Krankheiten bezogen, die eine Geissel und die hauptsächlichen Todesursachen in der heutigen Gesellschaft darstellen (Arteriosklerose, Diabetes, Krebs). Wir haben zudem versucht, das heutige medizinische Wissen über den Einfluss des Olivenöls auf die vorgenannten Krankheiten zu beschreiben. Aus dieser kurzen Betrachtungsweise ist ersichtlich, dass das Olivenöl ein wesentliches Vorbeuge- und auch Behandlungsmittel gegen viele dieser Krankheiten ist.

Sicher hängt der Verbrauch von den Gegebenheiten über Geschmack und Kultur der jeweiligen Völkergruppen ab, denen das Olivenöl angeboten wird. So ist der Geschmack des Olivenöls Eigenheit und Bezugspunkt der Einwohner der Mittelmeerbeckens und als solcher nicht immer mit den Geschmackseigenheiten der Einwohner anderer Regionen vereinbar. Das gleiche gilt auch für andere Produkte der klassischen mediterranen Diät, die ausser ihrem Nahrungwert auch Kulturvorbilder der Einwohner der Mittelmeerregion darstellen. Es liegt nun an uns andere Kulturgruppen in den Gerbrauch des Olivenöls einzuschulen, indem wir ihnen entsprechend hergestellte Sorten anbieten, die mit den ihren Kultur- und Geschmacksgegebenheiten vereinbar sind.

Ein solcher Eingriff des Professors Serge Renaud, der im letzten Jahrzehnt in Frankreich in der Entwicklung war, brachte beachtliche Ergebnisse hervor, sofern es die Auswirkungen von Herzkrankheiten in der Bevölkerung von Nordfrankreich angeht. Das Olivenöl muss vorgeschlagen und betrachtet werden nicht als Medikament, sondern als untrennbarer Teil der täglichen Nahrung der Einwohner von Regionen, in welche es eingeführt und in denen es angeboten wird.

Ausserdem ist bei Olivenöl ein besonderer Punkt, betreffend seine Qualität, zu beachten. Sowohl die Art der Auspressung der Olivenfrucht wie auch der Inhalt von Bestandteilen (Mittel gegen Insekten, insbesondere solche, die Fettsäure binden) sind Gegenstand weiterer Studien und Verbesserungsversuche. Sowohl das Olivenöl wie auch andere pflanzliche Öle, bei denen Schädlingsbekämfungsmittel erforderlich sind, waren bisher Gegenstand mehrfacher Studien seitens internationaler Organisationen. Diese -- und dies ist bewundernswert -- erlauben die Konzentrationen von Schädlingsbekämfungsmitteln bei verschiedenen Ölen, die 5-15 mal grösser sind, als dies beim Olivenbau selbst zulässig ist.

Die Existenz der Schädlingsbekämfungsmittel und der verschiedenen schädlichen Substanzen vermindert bzw. verschlechtert die Qualität sowie die wahrscheinlichen therapeutischen Wirkungen des Olivenöls als Bestandteil der Nahrung.

Zudem vermindert die Auspressung und die Trennung des Olivenöls mit Kochwasser die Konzentration wahrscheinlich therapeutisch wirkender Bestandteile und Substanzen, wie Polyphenole und antioxidativer Stoffe. Folglich beginnt die Möglichkeit und die Vorrangigkeit des Gebrauchs alternativer Methoden (biologische Landwirtschaft und andere Arten der Ölauspressung) ersichtlich zu werden, deren Ziel es sein soll, ein Produkt besserer Qualität zu erhalten, sowohl aus medizinischer Sicht wie auch aus der Sicht des Geschmacks. Letztlich muss uns das toxische Syndrom aus dem Verbrauch gepanschten Olivenöls in Spanien, an dem ca. 20.000 Personen erkrankten, wovon etwa 250-300 starben, dahingehend sensitivieren, das es notwendig ist, strenge Kontrollen einzuführen, um dieses bedeutsame und einzigartige Erzeugnis griechischer Erde zu erhalten.

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